Wie Ergotherapeuten selbstständige Mobilität unterstützen können
Selbstständige Mobilität bedeutet selten nur, den richtigen Rollstuhl zu finden. Für Ergotherapeuten ist oft eine andere Frage wichtiger:
Was möchte diese Person tun können, und was hindert sie daran, es selbstständig zu tun?
Diese Frage stellt den Alltag der Person in den Mittelpunkt der Beurteilung. Und wenn herkömmliche Rollstuhlsteuerungen nicht mehr geeignet sind, kann sie bei der Suche nach einer Alternative den Weg weisen.
Mit den Zielen der Person beginnen
Eine Mobilitätsbeurteilung sollte bei der Person beginnen, nicht beim Produkt.
Wohin möchte sie gelangen? Welche Aktivitäten sind ihr wichtig? Wobei braucht sie derzeit Hilfe? Und was würde mehr Selbstständigkeit in ihrem Alltag tatsächlich verändern?
Die Antwort kann sein, sich zu Hause selbstständig zu bewegen, zur Schule oder zur Arbeit zu fahren, einzukaufen, Freunde zu treffen oder einfach unterwegs zu sein, ohne dass jemand anderes den Rollstuhl steuert. Diese Ziele bilden den Rahmen für alles Weitere.
Bewegung im Kontext betrachten
Sind die Ziele klar, geht es im nächsten Schritt darum zu verstehen, wie die Person mit ihrem Rollstuhl und ihrer Umgebung interagiert. Bei alternativen Rollstuhlsteuerungen heißt das, über die reine Kraft hinauszuschauen. Berücksichtigen Sie:
- den verfügbaren Bewegungsumfang
- die Gleichmäßigkeit der Bewegungen
- unwillkürliche Bewegungen
- Positionierung und Haltungsunterstützung
- Ermüdung und Ausdauer
- die Fähigkeit, eine Bewegung zuverlässig zu wiederholen
- bevorzugte Arten, mit Technik umzugehen
Eine Bewegung, die theoretisch geeignet erscheint, kann deutlich weniger wirksam sein, wenn die Person müde oder schlecht positioniert ist oder sich in einer belebten Umgebung bewegt. Deshalb sollte die Steuerung als Teil der gesamten Sitz- und Mobilitätsversorgung betrachtet werden und nicht als isolierte Komponente.
An reale Umgebungen denken
Selbstständige Mobilität findet nicht im Untersuchungsraum statt. Eine Steuerung, die bei einer kurzen Erprobung gut funktioniert, kann sich in einem vollen Klassenzimmer, einer engen Wohnung, einem Einkaufszentrum oder im Freien ganz anders anfühlen.
Ergotherapeuten können diese Anforderungen des Alltags in die Beurteilung einbringen. Welche Strecken muss die Person zurücklegen? Gibt es enge Stellen oder unebene Untergründe? Muss sie während der Fahrt mit anderen Menschen interagieren? Muss sie dieselben Bewegungen immer wieder ausführen? Was passiert, wenn die Ermüdung einsetzt?
Ziel ist nicht nur zu zeigen, dass jemand fahren kann. Es geht darum festzustellen, ob die Steuerung funktionale Mobilität im Alltag unterstützt.
Die passende Art der Bedienung finden
Ist ein herkömmlicher Joystick nicht geeignet, kann eine alternative Ansteuerung einen anderen Weg zur elektrischen Mobilität eröffnen. Je nach Person können das Taster, Augensteuerung, Kopfsteuerung, Fußsteuerung oder andere alternative Eingabeformen sein.
Entscheidend ist nicht, welche Technologie am fortschrittlichsten ist, sondern welche Art von Eingabe die Person zuverlässig, bequem und sinnvoll erzeugen kann.
Zwei Menschen mit derselben Diagnose können völlig unterschiedliche Anforderungen an die Steuerung haben. Und Menschen mit sehr unterschiedlichen Diagnosen können ähnliche funktionelle Fähigkeiten haben. Deshalb sollte sich die Beurteilung auf die Bewegungen und Ziele der Person konzentrieren und nicht allein auf die Diagnose.
Erproben, anpassen und neu beurteilen
Eine möglicherweise geeignete Steuerung zu finden, ist erst der Anfang. Die Person braucht Zeit, um das System zu erlernen. Einstellungen müssen eventuell angepasst werden, die Positionierung vielleicht auch. Und die Steuerung muss in den Situationen getestet werden, in denen die Person ihren Rollstuhl tatsächlich nutzen möchte.
Eine erfolgreiche Erprobung sollte daher mehr beantworten als „Kann die Person den Rollstuhl steuern?“. Sie sollte auch fragen:
- Kann sie ihn zuverlässig steuern?
- Bleibt die Steuerung auf Dauer komfortabel?
- Kann sie sie in den für sie relevanten Umgebungen nutzen?
- Und hilft sie ihr, etwas zu tun, das ihr wichtig ist?
Dieser Prozess aus Erprobung, Anpassung und erneuter Beurteilung macht aus einer technisch möglichen Lösung oft eine wirklich nützliche.
Wo CoMoveIT ins Spiel kommt
Für Menschen, die herkömmliche Rollstuhlsteuerungen nicht nutzen können, bietet CoMoveIT alternative Möglichkeiten, einen Elektrorollstuhl zu bedienen. Die Systeme sind auf individuelle Bewegungen ausgelegt, sodass Fachleute verschiedene Konfigurationen ausprobieren können, je nachdem, was die Person kann und was sie erreichen möchte.
Damit kann CoMoveIT eine Option sein, die bei der Beurteilung alternativer Steuerungen in Betracht kommt, besonders wenn Kopfbewegungen ein zuverlässiges Eingabesignal für das Fahren liefern können.
Der Fokus bleibt derselbe: eine Steuerung zu finden, die für die Person funktioniert, statt von der Person zu verlangen, sich an die Technik anzupassen.
Von Mobilität zu Teilhabe
Selbstständige Mobilität misst sich letztlich nicht daran, wie gut jemand einen Testparcours bewältigt, sondern daran, was diese Mobilität möglich macht:
- Zur Schule gehen.
- Sich am Arbeitsplatz bewegen.
- Selbstständig einkaufen.
- Freunde treffen.
- Die eigene Umgebung erkunden.
- Selbst entscheiden, wohin es geht.
Für Ergotherapeuten ist das der Punkt, an dem Mobilität zu Betätigung wird. Die richtige Steuerung kann mehr sein als eine Möglichkeit, einen Rollstuhl zu lenken. Sie kann Teilhabe, Autonomie und Alltag ermöglichen.
Und manchmal ist die nützlichste Frage auch die einfachste:
„Was möchte diese Person selbstständig tun können?“
Das kann der Ausgangspunkt sein, um die richtige Art der Fortbewegung zu finden.
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